Die Geschichte der Grand Tour



Bei einem Blick in die Geschichte fällt auf, dass antike Stätten schon immer ihren besonderen Reiz hatten. Eines der Länder, das einen großen Reichtum an antiken Stätten vorweist, ist Italien. Neben Griechenland sind hier sehr viele dieser Stätten zu finden. So zeichnete sich ab dem späten Mittelalter ein neuer Trend ab. Ganz besonders wurden Reisen bei Intellektuellen und Künstlern nach Italien populär. So langsam veränderte sich das Reisen in Richtung einer Grand Tour. Doch erst als sich das 17. Jahrhundert sich dem Ende näherte, gewann die Grand Tour bei den Adligen an Stellenwert. Und dabei war es gerade England, wo der Adel seine Söhne auf Reisen geschickt hat. Und die Reise nahm eben mal mehrere Jahre in Anspruch, damit die Bildung auch wirklich vollendet wurde. Als Reiseziel galt dann oft der europäische Kontinent.

Nun war England mit einem Mal führend, was die Grand Tour betraf. Damit es zu dieser Position der Nation kommen könnte, wurde der Grundstein im Jahr 1588 gelegt. Zu dieser Zeit siegte England über Spanien und deren Armada. Dies hatte zur Folge, dass sich England in der Welt als eine führende Macht sah. Das Leben auf der Insel hatte natürliche extreme Vorteile. So schlugen die Härte des 30jährigen Krieges und die daraus resultierenden Nebenwirkungen in England nicht zu. Außerdem war es damals als Tatsache anerkannt, dass der Gentlemen so wie als normal angesehen wurde, nur auf der englischen Insel zu Hause war.

Nach einer ersten erheblichen Steigerung des Interesses an der Grand Tour folgte die nächste Steigerung etwa ab dem Jahr 1850. Dies geschah dadurch, weil zu gleicher Zeit das Zeitalter der Aufklärung herrschte. Nun wurden die Menschen neugierig, nicht nur auf das, was in eigenen Ländern geschah. Jetzt zählten plötzlich auch die anderen Länder mit dem ganzen Spektrum, was die Länder prägte. Das Interesse wurde so also unter anderem in Bezug auf die Bräuche der bisher unbekannten Kulturen anderer Länder geweckt. Doch noch etwas anderes weckte die Reiselust insbesondere der Adligen. Spätestens mit dem Beginn des 16. Jahrhunderts wurden immer mehr Entdeckungsreisen prominenter Seefahrer durchgeführt. Ein Großteil von ihnen legte diese Erlebnisse schriftlich nieder. So wurden diese in immer mehr Ländern verbreitet, was wiederum die Neugier der Menschen auf diese Länder weckte. Dazu beigetragen haben so mit Sicherheit die durchgeführten Weltreisen.

Doch wenige Jahre vor Ende des 18. Jahrhunderts veränderte die französische Revolution das Leben ganz erheblich. Nun hatte der Adel plötzlich nicht mehr die Bedeutung wie sie einst gegeben war. Er verlor mehr und mehr an Wichtigkeit, was zur Folge hatte, dass auch die Grand Tour nicht mehr den Stellenwert von einst besaß. In den Jahren des 19. Jahrhunderts wurde nicht mehr von der Grand Tour gesprochen, sondern eher von einer Bildungsreise. Der Umfang dieser Form der Reise entsprach längst nicht dem Vorgängermodell, so dass auch die Reisenden nicht ganz so viel Arbeit bei der Planung und der Durchführung hatten. Die Menschen, die nun auf Reisen gingen, wie oft ein etwas höheres Alter vor.