Die bekannten Grand Tours



So einige Grand Tours haben es geschafft, Geschichte zu schreiben. Doch sind auch noch Reisen überliefert worden, die lange vorher das Reisen in Form der Grand Tour geprägt haben. Auf eine dieser Reisen ging der Politiker und Philosoph Michel de Montaignes, die ihn durch seine Gesundheit nach Italien führte.

Eine weitere Reise im Vorfeld der Grand Tour war die so genannte Kavaliersreise, die im Jahr 1571 begonnen wurde. Prinz Karl Friedrich von Jülich-Kleve-Berg war im 1575 gerade in Rom, als er an Pocken erkrankte und nicht wieder zurückkehren sollte. Später wurde ein Reisebericht durch den Mentor des Prinzen veröffentlicht, der als eine Art Roter Faden gelten sollte.

Und doch gab es auch einen Vater der Grand Tour, bei dem es sich um Thomas Coryat gehandelt haben soll. Seine Reise schrieb schon deswegen Geschichte, weil er per Fuß im Jahr 1608 nach Italien gereist ist. Während seiner Reise galt sein Hauptaugenmerk auf dem Besuch in Venedig.

Das bedeutendste Werk des bekannten italienischen Dichters John Milton war das Paradise Lost. Die Inspiration für dieses Werk erhielt John Milton, der zugleich auch als Staatsphilosoph galt, als er sich im Jahr 1638 auf seiner Grand Tour befand. Dort fand er einen tiefen Einblick in die Literatur von Italien und insbesondere in die Epen.

Gemeinsam gingen Horace Walpole und Thomas Gray im Jahr 1739 auf eine Grand Tour. Was so friedlich begonnen habe, sollte die beiden während einer auseinander bringen. Sie entzweiten sich im Laufe dieser Reise. Die Reise zurück nach England traten Horace Walpole und Thomas Gray dann getrennt an. Unabhängig voneinander wurden beide später als Schriftsteller bekannt.
Der englische Schriftsteller Laurence Sterne, Sohn eines Offiziers, führte seine Grand Tour in den Jahren 1762 bis 1766 durch. Zahlreiche bedeutende Impressionen begleiteten ihn nach Hause. Dort ließ er diese unter anderem in sein Werk Tristram Shandy mit einfließen.

Zwei Jahre lang dauerte die Reise von James Boswell durch Europa. Stationen waren hierbei zum Beispiel Rom und Korsika. Bei diesen Aufenthalten gefiel es ihm natürlich, wenn er in Kontakt mit anderen Menschen treten konnte. Unter denen, die James Boswell traf, befanden sich dann auch prominente Persönlichkeiten wie Jean Jacques Rousseau und Voltaire. In die Geschichte ging der schottische Schriftsteller zudem als Biograf von Samuel Johnsons ein.

Viele weitere Grand Tours sind in die Geschichte eingegangen. Die reisenden Persönlichkeiten waren so Tobias Smollett, Jerome Lalande, Johann Gottfried Herders und Johann Gottfried Seume. Ebenfalls auf einer Grand Tour befanden sich Hermann von Pückler-Muskau, Lord Byron, Hans-Christian Andersen, Richard Wagner und Hermann Hesse. Weitere Persönlichkeiten waren Johann Wolfgang von Goethe und Hector Berlioz, die von ihren Reisen entscheidende Impulse erhielten.

Im Jahr 2002 wurde durch Steffen Kopetzky der Roman „Grand Tour oder die Nacht der Großen Complication“ veröffentlicht. In diesem Roman geht es um eine Europareise. Diese wird in Verbindung mit dem soziogischen Bezugssystem „Schlafwagen“ geschildert. Direkt oder indirekt wagt er dabei einen Blick in die Vergangenheit, als die Grand Tour noch von Bedeutung war.